Premiere der „German Open“

Weltklasse Sport in Hockenheim

Die Premiere der „German Open“ im Stuntriding übertraf sportlich alle Erwartungen. 36 Fahrer aus 12 Nationen zelebrierten auf dem Hockenheim-Ring den noch jungen Motorsport auf aller höchstem Niveau. Weltmeister Chris Pfeiffer musste auf seiner BMW F 800 R schon alle Register ziehen, um sich gegen die extrem starke Konkurrenz durchzusetzen. Beim ersten Finallauf auf nasser Strecke zahlte sich die Routine des Allgäuers aus. Mit vier Punkten Vorsprung war ihm im zweiten Finallauf der Sieg nicht mehr zu nehmen. Zweiter wurde der Ungar Balázs Herczeg vor den beiden punktgleichen Franzosen Bruno Ferreira und Thomas Sagnier.  

Bereits im freien Training am Freitag zeichnete sich ab, dass die „German Open“ bei ihrer Erstauflage ein Fahrerfeld auf Weltniveau an den Hockenheimring locken konnte. Im Stunt-Areal im Fahrerlager überschlugen sich die Ereignisse im Minutentakt.

 

Wheelis und Stoppies in den unglaublichsten Varianten wurden von den Akteuren genauso auf den Asphalt gezaubert, wie Kreisel, Pirouetten und akrobatische Einlagen. Das ganze heißt im Fachjargon dann „Frog wheelie", "no hands circles", "switchback donut" oder "high chair stoppie".

Unter den 36 Fahrern aus 12 Nationen waren vor allem die Franzosen stark vertreten und Chris Pfeiffer stand staunend am Rande der Stuntfläche. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon mal gegen so starke Konkurrenz antreten musste“, zollte der Weltmeister seinen Herausforderern Respekt. Den starken Ungarn Balázs Herczeg und den Polen Rafal Pasierbek hatte Pfeiffer durchaus auf seiner Rechnung. Überraschend allerdings war das Niveau der jungen Franzosen.

Herausragend in der Trickvielfalt waren dabei Alexandre Tomasek und Jorian Ponomareff. Dass die beiden „Jungen Wilden“ letztlich auf den Plätzen sieben und acht landeten, lag an fehlender Routine und Abgebrühtheit im Wettkampf. Beide zeigten Nerven auf glatter Fahrbahn beim ersten Finale und verpassten damit den Einzug ins zweite Finale der besten fünf.

Ebenfalls Nerven zeigte Rafel Pasierbek. Der Pole zelebrierte in der Qualifikation am Samstag noch einen mit Höchstschwierigkeiten gespickten und fehlerfreien Lauf und hatte so überraschend die Nase vor dem Ungarn Balázs Herczeg. Im Finale patzte er aber und wurde letztlich Fünfter.

Vergleichsweise abgebrüht zauberten dagegen Bruno Ferreira und Thomas Sagnier ihre Darbietung auf den Asphalt. Sicher, sowohl bei schnellen wie bei langsamen Tricks, und abwechslungsreich im Programm machten sie den drei Wertungsrichtern das Leben schwer. Stunt-Legende AC Farias aus Spanien, in Hockenheim Chef der Jury, raufte sich ein ums andere Mal das schüttere Haar. „Ich war eigentlich der Meinung, dass ich in Sachen  Stuntriding schon alles auf der Welt gesehen habe. Die „German Open“ haben mich aber eines anderen belehrt“.

Chris Pfeiffer, mit einer Wildcard fürs Finale gesetzt,  hatte im ersten Finale auf der Start&Zielgeraden des Hockenheimrings alles klar gemacht. Er hatte für die nassen und somit schlüpfrigen Bedingungen den besten Plan. Mit viel Routine und trotzdem spritzig und überraschend distanzierte er die Konkurrenz um satte vier Punkte.

Zum zweiten Finale der besten fünf trocknete die Strecke ab und alle Finalisten griffen nochmals ganz tief in die Trickkisten. Die leider spärlich angereisten Zuschauer erlebten 30 Minuten Stuntriding auf absolutem Weltniveau. Chris Pfeiffer riskierte nicht zuviel und sicherte sich damit den Titel. „Ich bin absolut happy. Nicht nur über den Sieg. Es freut mich riesig, dass wir endlich in Deutschland einen hochkarätigen Wettbewerb haben. Ich habe größten Respekt vor den Veranstaltern, die nicht nur viel riskiert, sondern gleich beim ersten Mal eine topp organisierte Veranstaltung abgeliefert haben.“

Balázs Herczeg sicherte sich wie schon bei der Indoor-WM in Zürich im Februar mit zwei blitzsauberen Finalläufen Platz zwei vor den beiden Franzosen Ferreira und Sagnier.

Alle Ergebnisse finden Sie unter dem Link im Hauptmenu.

 

 

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